Die Kunst, Kleinkindern Geduld beizubringen: Tipps für Eltern und Betreuer

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Geduld ist eine Tugend – das haben uns schon unsere Großeltern beigebracht. Kleinkinder sind von Natur aus neugierig und impulsiv, was es für Eltern und Betreuer manchmal herausfordernd macht, Geduld zu lehren. Dennoch ist es wichtig, ihnen diese wichtige Fertigkeit beizubringen, da sie ihnen im täglichen Leben, sowie in ihrer späteren Entwicklung zugutekommt. 

Vorbild sein

Kinder lernen am besten durch Beobachtung. Wenn Eltern und Betreuer selbst geduldig sind und ruhig bleiben, wenn Dinge nicht sofort klappen, werden Kinder dies imitieren. Zeige ihnen, wie du mit Herausforderungen umgehst, indem du selbst geduldig bleibst. Besonders in stressigen Situationen ist das nicht immer einfach – jedoch wichtig. Wenn Eltern in solchen Momenten geduldig und gelassen bleiben, senden sie eine starke Botschaft darüber, wie der richtige Umgang mit Frustration funktioniert.

Kinder lernen viel darüber, wie sie mit anderen umgehen, indem sie das Verhalten der Erwachsenen um sie herum beobachten. Wenn Eltern und Betreuer geduldig auf andere Menschen eingehen, aktiv zuhören und Konflikte friedlich lösen, werden sie ihren Kindern wichtige soziale Fähigkeiten vermitteln.

Indem Eltern und Betreuer ein Vorbild für Geduld sind, geben sie ihren Kindern nicht nur ein wichtiges Werkzeug für das Leben mit auf den Weg, sondern zeigen auch, wie man Respekt, Freundlichkeit und Selbstbeherrschung in allen Lebensbereichen praktiziert.

Erkläre den Wert von Geduld

Auch wenn Kleinkinder vielleicht noch nicht vollständig verstehen, was Geduld ist, kannst du ihnen dennoch erklären, warum es wichtig ist, auf etwas zu warten oder sich anzustrengen, um ein Ziel zu erreichen. 

Verwende visuelle Hilfsmittel wie Bilderbücher oder Diagramme, um den Wert von Geduld zu verdeutlichen. Du kannst beispielsweise ein Bild von einem Setzling zeigen, der durch Geduld und Pflege zu einem starken Baum heranwächst, um zu veranschaulichen, wie Geduld zu Wachstum und Erfolg führen kann. Konkrete Beispiele aus dem Alltag dienen ebenfalls dazu, den Wert von Geduld zu erklären. Eine Sandburg am Strand zu bauen erfordert ebenso Geduld wie das Warten auf den Geburtstag oder Feiertage.

Erkläre deinem Kind, dass Geduld ein wichtiger Bestandteil eines größeren Wertesystems ist, das auch Respekt, Freundlichkeit und Ausdauer umfasst. Zeige ihm, wie Geduld dazu beiträgt, dass Menschen besser miteinander auskommen und dass sie oft belohnt wird, indem sie zu erfolgreichen und erfüllten Menschen heranwachsen.

Geduldige Aktivitäten fördern

Biete deinem Kind Aktivitäten an, die Geduld erfordern. Du kannst mit deinem Kind Puzzle in verschiedenen Schwierigkeitsgraden lösen. Beginne mit einfachen Puzzles mit großen Teilen und steigere allmählich die Komplexität, während dein Kind Fortschritte macht. Das Lösen von Puzzles erfordert Geduld und Ausdauer, da es Zeit braucht, um die Teile zusammenzusetzen.

Ihr könnt auch gemeinsam kreativ sein. Das Malen, Zeichnen und Basteln erfordert Geduld, da es Zeit braucht, um ein Kunstwerk zu erstellen. Origami falten ist eine Möglichkeit. Die uralte japanische Kunst des Papierfaltens schult Konzentration und Geduld gleichermaßen. Ihr könnt mit einfachen Figuren anfangen und euch dann langsam steigern. Der Klassiker ist ohne Frage der Kranich, doch es gibt noch weitere tolle Motive, die sich mit dem richtigen Papier zuhause nachfalten lassen. Lobe dein Kind für seine Bemühungen und ermutige es, auch bei schwierigen Stellen durchzuhalten.

Für den Fall, dass du einen Garten hast, lass dein Kind beim Gärtnern helfen. Gemeinsames Anpflanzen, Gießen und Pflegen von Pflanzen ist eine geduldige Aktivität, die auch eine Verbindung zur Natur herstellt. Dein Kind lernt, dass es Zeit braucht, bis Pflanzen wachsen und gedeihen

Beteilige dein Kind an einfachen Koch- oder Backaktivitäten, wie zum Beispiel das Kneten von Teig oder das Warten, bis Backwaren fertig sind. Es kann auch hilfreich sein, deinem Kind zu erklären, dass gute Ergebnisse Zeit und Sorgfalt erfordern.

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Setze klare Erwartungen

Gib klare Anweisungen, was du von deinem Kind erwartest. Wenn du beispielsweise möchtest, dass es wartet, bis du mit ihm spielen kannst, erkläre ihm, dass du gerade beschäftigt bist, aber dass ihr später zusammen spielen werdet. Vermeide komplexe oder mehrdeutige Anweisungen, die zu Verwirrung führen könnten. Für dein Kind ist es einfacher zu verstehen, wieso es warten muss, wenn du einen kurzen, aber verständlichen Grund angibst. 

Sei konsequent in deinen Erwartungen und Regeln. Wenn du möchtest, dass dein Kind geduldig wartet, um etwas zu bekommen, halte an dieser Erwartung fest und mache keine Ausnahmen. Konsistenz hilft deinem Kind zu verstehen, dass Geduld eine wichtige Fähigkeit ist, die in verschiedensten Situationen angewendet werden muss.

Es kann einige Zeit dauern, bis das Kind lernt, geduldig zu sein und es wird Rückschläge geben. Bleibe ruhig und beharrlich, auch wenn es schwierig ist, und zeige deinem Kind, dass du an seine Fähigkeit glaubst, geduldig zu sein.

Belohne Geduld

Positive Verstärkung ist ein wirksames Mittel, um gewünschtes Verhalten zu fördern. Zeige deinem Kind, dass Geduld sich lohnt und geschätzt wird oder implementiere ein Belohnungssystem, bei dem das Kind Punkte, Sterne oder Aufkleber sammelt, wenn es geduldig ist. Wenn es eine bestimmte Anzahl von Punkten erreicht hat, kann es eine Belohnung erhalten, wie zum Beispiel zusätzliche Spielzeit, ein kleines Spielzeug oder einen besonderen Ausflug.

Gewähre deinem Kind besondere Privilegien oder Verantwortlichkeiten als Belohnung für sein geduldiges Verhalten. Dies könnte zum Beispiel bedeuten, dass es länger aufbleiben darf, eine Geschichte auswählen darf, die vorgelesen wird, oder bei einer kleinen Aufgabe im Haushalt helfen darf. Belohnungen müssen nicht materiell sein. Oft reicht es schon aus, wenn Kinder wissen, dass ihr geduldiges Verhalten gesehen und geschätzt wird. 

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Sei geduldig mit Fehlern

Kleinkinder sind in ihrer Entwicklung noch nicht perfekt und machen Fehler. Sei geduldig und unterstützend, wenn sie etwas nicht auf Anhieb schaffen. Sprich Lob aus für seine Bemühungen, auch wenn es Fehler macht. Betone die Anstrengung und den Versuch, anstatt sich ausschließlich auf das Ergebnis zu konzentrieren. 

Zeige Verständnis für die Frustration des Kindes, wenn es Fehler macht oder etwas nicht auf Anhieb schafft. Erkläre, dass es in Ordnung ist, Fehler zu machen und dass das Lernen ein Prozess ist, der Fehler beinhaltet. Sucht gemeinsam nach Lösungen für Fehler oder Probleme, indem du Unterstützung und Anleitung anbietest. 

Geduld als Teil des Alltags integrieren 

Nutze alltägliche Situationen, um deinem Kind beizubringen, geduldig zu warten. Das könnte das Warten in der Schlange im Supermarkt, an der Bushaltestelle oder beim Arztbesuch sein. Erkläre dem Kind, dass Warten ein normaler Teil des Lebens ist und zeige ihm, wie man geduldig bleibt, indem du ruhig bleibst und dich mit ihm unterhältst oder ihm eine Geschichte erzählst, während ihr wartet.

Schaffe klare Routinen und Zeitpläne für den Alltag, um Geduld zu fördern. Mache deutlich, dass bestimmte Aktivitäten zu bestimmten Zeiten stattfinden und hilf deinem Kind, Geduld zu entwickeln, indem du ihm beibringst, auf diese festgelegten Zeitpunkte zu warten. Zum Beispiel könnte das Warten auf die Abendroutine oder das Mittagessen zur gleichen Zeit jeden Tag ein Teil dieser Übung sein.

Praktiziere geduldige Kommunikation mit deinem Kind. Höre aktiv zu, wenn es dir etwas erzählt. Zeige ihm, dass du dich für seine Gedanken und Gefühle interessierst. Nimm dir die Zeit, seine Fragen zu beantworten und seine Bedürfnisse zu verstehen, auch wenn es manchmal wiederholt Fragen stellt oder lange um Worte ringt.

Geduld durch Geschichten und Spiele vermitteln

Nutze Geschichten, Lieder und Spiele, um deinem Kind auf spielerische Weise Geduld beizubringen. Wähle Bücher aus, die Geschichten über Geduld und Durchhaltevermögen erzählen. Beispiele könnten "Die kleine Raupe Nimmersatt" von Eric Carle sein, in der die Raupe geduldig darauf wartet, sich in einen wunderschönen Schmetterling zu verwandeln, oder "Die Geschichte vom Löwen, der nicht schreiben konnte" von Martin Baltscheit, in der ein Löwe Geduld und Ausdauer beim Erlernen des Lesens und Schreibens zeigt.

Teile Geschichten aus deinem eigenen Leben, in denen Geduld eine wichtige Rolle gespielt hat. Das könnten persönliche Erlebnisse sein, in denen du geduldig auf etwas gewartet oder durch Ausdauer ein Ziel erreicht hast. 

Spielt Gesellschaftsspiele, die Geduld erfordern, wie zum Beispiel Memory oder Brettspiele mit strategischen Elementen. Diese Spiele helfen dem Kind, seine Geduld und Konzentration zu trainieren, da es Zeit braucht, um die Regeln zu verstehen und zu lernen, wie man strategisch denkt.

Singt gemeinsam Lieder und Reime, die das Thema Geduld behandeln. Ein Beispiel wäre das bekannte Kinderlied "Wer will fleißige Handwerker sehen?", das Geduld und Ausdauer beim Handwerk lobt. Durch das Singen solcher Lieder kann dein Kind auf spielerische Weise wichtige Botschaften über Geduld und Ausdauer erhalten.

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